Was ist Schlaraffia?

Wer zum ersten Mal auf Schlaraffen trifft, könnte befremdet sein. Seltsames Verhalten, merkwürdige Kostüme, fremdartige Rituale - das alles will verstanden sein. Vielleicht denkt der flüchtige Betrachter gar an einen Geheimbund. In der Tat gab es zur Zeit des Entstehens vor 155 Jahren durchaus Gründe, etwas geheimnisvoll zu sein. Man wollte sich von Standesdünkel und Obrigkeitsdenken abgrenzen. Nicht, um Revolution zu machen, sondern, um sich frei und unbeschwert den gemeinsamen Interessen Kunst und Kultur zu widmen. Man spielte ein Spiel. Ein Spiel ist harmlos. So konnte man die Obrigkeit und die herrschenden Verhältnisse persiflieren, ohne sich in die Schusslinie zu bringen.

 

Es gibt "strenge" Regeln für Schlaraffen. Es gibt Dienstgrade, Prüflinge, Knappen, Junker und Ritter. Der Leiter einer "Sippung" muss mit "Herrlichkeit" angesprochen werden und ist unfehlbar. Alles ist durch Gesetzbücher, "Spiegel" und "Ceremoniale", geregelt. Es gibt eine eigene Sprache, das Schlaraffenlatein. Wer sich nicht korrekt verhält, wird bestraft, "gepönt". 

 

Warum unterwerfen sich auch noch 155 Jahre nach der Gründung weltweit mehr als 12.000 Männer diesen Regeln? Was macht den Reiz dieses Spiels aus? Häufig ist die Rede vom "kleinen Urlaub", einen Abend in der Woche anders sein, sich anders verhalten, anders reden, unter Freunden sein, den Geist fordern ...

 

Die Geschichte der Schlaraffen, gleichzeitig ein Bekenntnis zu diesem Freundeskreis, findet sich sehr kompakt und dennoch umfassend in einem kleinen Buch, das wir hier zum Herunterladen bereitstellen:

Was alle über die Schlaraffen wissen sollten.
Was alle über die Schlaraffen wissen sol
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